Peaky Blinder Bookmaker- die Einführung in die Buchführung

(Stand 31.12.2019, Rechtsänderungen vorbehalten)

 

Wie die Grundzüge der Buchführung funktionieren


Fred Faul hat im letzten Jahr einen Supermarkt eröffnet. Der Supermarkt wurde gleich zu Beginn der Eröffnung sehr gut besucht. Herr Faul stellte nach kurzer Zeit mehrere Mitarbeiter ein und veranlasste diverse Umbaumaßnahmen. Als sein Vater ihn fragte, wie es mit der Bilanz aussehe, war er überfragt. Mit dem Begriff einer Bilanz wusste er nichts anzufangen. Er las im Internet in diesem Zusammenhang etwas über die Buchführung und stellte fest, dass er auch damit nichts anfangen konnte.

Was bedeutet es denn nun, Bücher zu führen?

Bei der Buchführung handelt es sich um eine zeitnahe und vollständige Aufzeichnung aller betrieblichen Geschäftsvorfälle. Daher werden in der Buchführung, in detaillierter Form, sämtliche Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben erfasst. Zudem handelt es sich also um eine Gewinnermittlungsmethode, welche bei ordnungsgemäßer Führung als Beweismittel für den ausgewiesenen Gewinn dient. Das dient zur innerbetrieblichen Kontrolle der wirtschaftlichen Vorgänge und außerbetrieblich zur Vorlage beim Finanzamt. Letzteres führt dann zur Erstellung der Steuererklärungen.

Gem. §§ 239 + 243 HGB ergeben sich hieraus folgende Kriterien, die zu erfüllen sind:

  1. Die Bücher müssen ordnungsgemäß, also vollständig, zeitnah und wahrheitsgemäß geführt werden,
  2. sie sind leserlich, klar und übersichtlich zu führen und
  3. durch Belege nachzuweisen.

Für die Buchführung ist die sog. Inventur unerlässlich. Hierbei handelt es sich um eine Bestandsaufnahme der gesamten betrieblichen Vermögenswerte und betrieblichen Schulden (H 5.3 EStH). Die Inventur ist am Anfang und am Ende eines jeden Jahres durchzuführen (gem. §240 Abs. 1 + 2 HGB). Letztendlich wird das Ergebnis hieraus im sog. Inventar festgehalten.

Gliederung des Inventars

Vermögen


Anlagevermögen: hierbei werden alle Wirtschaftsgüter aufgeführt, welche dazu bestimmt sind, dem Betrieb auf Dauer zu dienen (gem. R 6.1 Abs. 1 S. 1 und S. 5 oder S. 6 EStR) bspw. Grundstücke oder der Fuhrpark.

Umlaufvermögen: hier werden alle Wirtschaftsgüter aufgeführt, die dazu bestimmt sind, nicht lange im Betrieb zu verweilen (gem. R 6.1 Abs. 2 EStR). Also solche Güter, die zum Verbrauch, Verkauf und zur Weiterverarbeitung bestimmt sind. Die Auflistung der Vermögenswerte wird von schwer bis leicht verwertbar vorgenommen.

Schulden

In dieser Rubrik werden sämtliche Schulden (Darlehen, Lieferantenschulden, etc.) aufgeführt. Die Auflistung erfolgt von langfristigen zu kurzfristigen Schulden

Betriebsvermögen

Hierbei handelt es sich um die Differenz des Vermögens zu den Schulden. Eine andere Bezeichnung hierfür ist das Kapital, Eigenkapital oder das sog. Reinvermögen.

Neben der detaillierten Auflistung des Inventars, gibt es noch die sog. Bilanz. Diese ist eine verkürzte Darstellung, der im Inventar aufgelisteten Vermögenswerte und Schulden in einer T-Kontenform.

Wie bei der Inventur, muss eine Bilanz zum Anfang (sog. Eröffnungsbilanz) und zum Ende (sog. Schlussbilanz) eines jeden Jahres aufgestellt werden. Die Schlussbilanz ist hierbei gleichzeitig die Eröffnungsbilanz des neuen Geschäftsjahres. Diese Tatsache nennt man Bilanzenzusammenhang (gem. § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB).

Doch wie ermittelt man nun den Gewinn?

Hierfür nutzt man den sog. BV-Vergleich (Betriebsvermögensvergleich gem. § 4 Abs. 1 S. 1 EStG).
Dieser ermittelt sich wie folgt:

 Betriebsvermögen am Ende des Wirtschaftsjahres
./.Betriebsvermögen am Ende des vorangegangenen Wirtschaftsjahres
=Betriebsvermögensänderung
+Privatentnahmen §4 Abs. 1 S. 2 EStG
./.Privateinlagen §4 Abs. 1 S. 8 EStG
=Gewinn/Verlust

Zudem gibt es die G+V-Methode, bei welcher das Saldo des G+V-Kontos abgelesen wird, sowie Kummulation der Gewinnauswirkung sämtlicher Buchungssätze. Auf diese zwei Ermittlungsmethoden wird in diesem Beitrag nicht mehr eingegangen.

Take away

  • Die Inventur ist eine Bestandsaufnahme der gesamten betrieblichen Vermögenswerte und betrieblichen Schulden (H 5.3 EStH)
  • Das Ergebnis der Inventur ist das Inventar
  • Die Bilanz ist eine verkürzte Darstellung des Inventars
  • Die Schlussbilanz ist gleichzeitig die Eröffnungsbilanz, dies nennt man Bilanzenzusammenhang (gem. § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB)
  • Betriebsvermögensvergleich (kurz: BV-Vergleich) gem. § 4 Abs. 1 S. 1 EStG

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