Find it – Der Unterschied zwischen der Einkommensteuer und Umsatzsteuer

(Stand 31.12.2019, Rechtsänderungen vorbehalten)

 

Wie die Umsatzsteuer von der Einkommensteuer zu unterscheiden ist


Kristin Kitzlig hat vor zwei Monaten ihr Abitur abgeschlossen. Sie ist davon überzeugt, dass man im Leben viel durch gesammelte Berufserfahrung erreichen kann. Deswegen machte Sie sich gleich nach dem Abitur auf die Suche nach einem Job. Sie erhielt gestern zwei Zusagen für eine Stelle als
Kellnerin. Um eine Entscheidung darüber zu treffen, welchen Job sie jetzt annimmt, kauft Kristin sich eine Packung Eis der Marke Wanone. Nachdem Sie an der Kasse bezahlt hat, fällt ihr auf, dass Sie für das Eis Mehrwertsteuer zahlen musste. Neben der Mehrwertsteuer fallen ihr die Begriffe Umsatzsteuer und Einkommensteuer ein. Doch worin sich die Begriffe unterscheiden, weiß sie nicht.

Die Mehrwertsteuer ist nichts anderes als die Umsatzsteuer. Bei der Mehrwertsteuer handelt es sich jedoch um einen Begriff, der die Funktion der Umsatzsteuer besser beschreibt. Der Begriff „Mehrwertsteuer“ resultiert daraus, dass hier die Wertsteigerung einer Ware (vom Produzent zum Verkäufer und schließlich zum Endverbraucher) beschrieben wird.

Doch wo liegt jetzt der Unterschied zwischen der Umsatzsteuer und der Einkommensteuer?

Bei der Einkommensteuer handelt es sich um eine Steuer, mit der die Einkünfte einer steuerpflichtigen Person besteuert werden. Besondere Erhebungsformen der Einkommensteuer sind bspw. die Kapitalertragssteuer oder die Lohnsteuer. Man nennt diese Steuerart auch Personensteuer, da die persönlichen Verhältnisse (Beziehungsstatus, Behinderung, Krankheit, etc.) bei der Festsetzung berücksichtigt werden.

Die Umsatzsteuer hingegen besteuert den Austausch von Gütern (bspw. Waren aus dem Supermarkt) oder Dienstleistungen (bspw. Reparaturen an einem Auto). Es gibt festgeschriebene Steuersätze (7 % oder 19 %), bei welchen die Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse ausbleibt. Man nennt die Umsatzsteuer deshalb auch eine Sachsteuer.

Vorauszahlungen

Für beide Steuerarten gibt es eine sog. Vorauszahlung, die ein Steuerpflichtiger unter bestimmten Voraussetzungen zu leisten hat. Bei einer Vorauszahlung handelt es sich um eine Abschlagszahlung auf die voraussichtliche Jahressteuerschuld. Grund dafür ist die frühe Sicherung der Steuereinnahmen und die Sicherungen der Liquidität des Staatshaushalts. Darüber hinaus, birgt die Vorauszahlung ebenfalls den Vorteil, den Steuerpflichtigen nicht erst am Ende des Jahres mit einer hohen Steuernachforderung zu konfrontieren. Für die Einkommensteuer-Vorauszahlung gibt es vier Zeitpunkte (abhängig von der festgesetzten Einkommensteuer des letzten Jahres) und bei der Umsatzsteuer bis zu 12 innerhalb eines Jahres (abhängig von dem Umsatz des Betriebes).

Für die Einkommensteuer sind Vorauszahlungen Schätzungen der Steuer für das gesamte Jahr. Diese Schätzung beruht auf der festzusetzenden Steuer des letzten Steuerbescheides. Das Finanzamt geht faktisch gesehen davon aus, dass man im Folgejahr mindestens dieselben Einkünfte haben wird, wie in dem letzten Steuerbescheid ermittelt wurde. Schlussfolgernd, entsprechen die Vorauszahlungen in aller Regel nicht der festzusetzenden Steuer am Ende des Jahres, da sich oftmals die Einnahmen erhöhen oder mindern oder es Änderungen an steuerlich relevanten Tatsachen gibt.

Für die Umsatzsteuer sind Vorauszahlungen Bemessungen an den tatsächlichen Umsätzen zu dem jeweiligen Voranmeldungszeitraum. Wie bereits erwähnt, kann es in der Umsatzsteuer bis zu 12 Voranmeldungszeiträume geben (gem. § 18 Abs. 2 S. 1 – 3 UStG sind diese jährlich, vierteljährlich oder monatlich). Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Unternehmer verschiedene Voranmeldungszeiträume haben.

Unterschied zur Einkommensteuer

Der Unterschied zu der Einkommensteuer ist, dass hierbei nicht das Finanzamt die Steuer berechnet, sondern der Steuerpflichtige selbst durch die sog. Umsatzsteuer-Voranmeldung. Abhängig von der Höhe der Umsätze im jeweiligen Voranmeldungszeitraum, meldet der Steuerpflichtige demzufolge die selbst berechnete Umsatzsteuer (gem. § 150 Abs. 1 S. 1 AO) beim Finanzamt an. Die geleisteten Vorauszahlungen entsprechen bei der Umsatzsteuer in aller Regel der festzusetzenden Jahressteuer, da sich diese immer an den Umsätzen der Voranmeldungszeiträume orientieren und demzufolge sehr genau sind.

Take away

  • Die Mehrwertsteuer ist nichts anderes als die Umsatzsteuer
  • Einkommensteuer = Personensteuer, da die persönlichen Verhältnisse berücksichtigt werden
  • Die Umsatzsteuer ist eine Sachsteuer, da es festgeschriebene Steuersätze gibt, die persönliche Verhältnisse außer acht lassen
  • Eine Einkommensteuer-Vorauszahlung (bis zu 4 innerhalb eines Jahres) bemisst sich sich an dem Jahressteuerschuld des letzten Steuerbescheides und wird vom Finanzamt festgesetzt
  • Die Umsatzsteuer-Vorauszahlung (bis zu 12 innerhalb eines Jahres) bemisst sich an der Höhe der Umsätze innerhalb eines Voranmeldungszeitraumes und werden vom Steuerpflichtigen selbst berechnet

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