Ein Account ohne Bilder – die Konten der Buchführung

(Stand 31.12.2019, Rechtsänderungen vorbehalten)

 

Wie die Konten in der Buchführung aufgebaut sind


Nachdem Fred Faul sich über die Grundsätze der Buchführung informiert hatte, machte er sich an die Arbeit, um alle Geschäftsvorfälle zu verbuchen. Hierbei stellte er fest, dass es bei der Bilanz zwei verschiedene Seiten gab, die Sollseite und die Habenseite. Wie üblich, war Herr Faul überfragt und konnte die Geschäftsvorfälle nicht korrekt zuordnen.

Für jeden Posten in der Bilanz, wird ein eigenes Konto eingerichtet (sog. T-Konto). Hierbei werden alle Geschäftsvorfälle, die dieses Konto innerhalb eines Jahres betreffen, gesammelt. Bei dem T-Konto ist die linke Seite die Sollseite (Aktiva) und die rechte Seite die Habenseite (Passiva). Wie bereits in dem Artikel zur Einführung in die Buchführung erläutert, ist die Schlussbilanz eines abgelaufenen Jahres auch gleichzeitig die Eröffnungsbilanz des neuen Jahres (Bilanzenzusammenhang § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB).

Welche Konten gibt es?

Anhand der Gliederung der Bilanz im §266 Absatz 2 + Absatz 3 HGB kann man die grundsätzlich vorgegebene Struktur erkennen. Dabei sollen auf der Aktivseite folgende Vermögensposten stehen:

  • Anlagevermögen z.B. Rechte, Grundstücke, Beteiligungen, Fuhrpark
  • Umlaufvermögen z.B. Waren, geleistete Anzahlungen, Bank
  • Rechnungsabgrenzungsposten

Während auf der Passivseite (vorzugsweise mit dem Kapital) Schuldposten wie folgt aufgeführt werden sollten:

  • Eigenkapital
  • Rückstellungen z.B. für Pensionen
  • Verbindlichkeiten z.B. gegenüber Lieferranten
  • Rechnungsabgrenzungsposten

Übertragung der Bestände der Eröffnungsbilanz auf einzelne Konten

Die Bestände in der Eröffnungsbilanz werden in die einzelnen Konten übertragen, dabei stehen:

  1. Besitzposten auf der Sollseite (aktives Bestandskonto) und
  2. Schuldposten auf der Habenseite (passives Bestandskonto)

Aktive Bestandskonten haben ihre Zugangsbuchung auf der Sollseite, während passive Bestandskonten Ihre Zugänge auf der Habenseite verzeichnen. Anders gesagt: Bei einem Zugang (bspw. Kauf von Inventar) wird die Buchung auf der Seite vorgenommen, auf der der Anfangsbestand steht. Abgänge (bspw. Verkauf von Inventar) werden auf der gegenüberliegenden Seite des Anfangsbestandes vorgenommen.

Diese Zu-und Abgänge werden anhand von sog. Buchungssätzen vorgenommen. Die Buchungssätze geben Aufschluss darüber, welches Konto durch einen Geschäftsvorfall betroffen ist.

Hierbei lautet der Grundsatz: Soll an Haben
Hierbei stellt Soll das Konto dar, was zuerst auf der Sollseite gebucht wird und Haben das Konto, was in der Habenseite gebucht wird. Der Buchungssatz wird in diesem Fall zusammen mit dem entsprechendem Geldbetrag genannt.

Beispiel Nummer 1

Ein Unternehmer kauft ein gebrauchtes Auto von einer Privatperson für 20.000 EUR von seinem Geschäftskonto.
Buchungssatz: (Soll an Haben)

Fuhrpark (+) 20.000 an Bank (-) 20.000

Hierbei spricht man von einem einfachen Buchungssatz, da nur zwei Konten betroffen sind. Sobald mehrere Konten betroffen sind, spricht man von einem zusammengesetzten Buchungssatz. Die Vorzeichen werden in einem Buchungssatz nicht aufgeführt, sollen hier aber den Zugang bzw. Abgang im jeweiligen Konto darstellen.

Beispiel Nummer 2

Ein Unternehmer kauft ein gebrauchtes Auto von einer Privatperson für 20.000 EUR. Dabei zahlt er 15.000 EUR von seinem Geschäftskonto und 5.000 EUR Bar aus seiner Kasse.
Buchungssatz: (Soll an Haben)

Fuhrpark (+) 20.000 an Bank (-)15.000
Kasse (-) 5.000

Doch wie werden nun die Geschäftsvorfälle, die in den einzelnen Konten verbucht wurden, in die
Schlussbilanz übertragen?

Die Übertragung vollzieht sich in folgenden Schritte, die anhand von Beispiel Nummer 1 erklärt
werden.:

  • Errechnung der Summe der wertmäßig größeren T-Konto Seite
  • Übertragung der errechneten Summe auf die andere Seite des T-Kontos
  • Errechnung der Differenz der übertragenen Summe zu dem Wert der kleineren T-Konto Seite,
    diesen Wert nennt man Saldo
  • Nun verbleibt der Saldo nicht in diesem Konto, sondern wird in das Schlussbilanzkonto (SBK)
    übertragen. Hier werden alle abschließend saldierte Konten gesammelt. Der Endbestand eines
    aktiven Bestandskontos wird auf die Aktivseite und der Endbestand eines passiven
    Bestandskontos auf die Passivseite des SBK übertragen. Da es sich bei dem Fuhrpark Konto um ein aktives Bestandskonto handelt, wird der Saldo dieses Kontos der Aktivseite des Schlussbilanzkontos gutgeschrieben.

Mehr zu dem Thema erfahrt ihr unter Kommen wir zum Abschluss – Der Abschluss von Konten & die Schlussbilanz.

Take away

  • Grundsatz: Soll an Haben
  • Einfacher Buchungssatz = Es sind zwei Konten betroffen
  • Zusammengesetzter Buchungssatz = Es sind mehr als zwei Konten betroffen
  • Buchungssätze geben Aufschluss darüber, welche Konten bei einem Geschäftsvorfall betroffen sind
  • Bestandskonten werden über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen

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